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Meindorf

Wahrscheinlich gab der Besitz eines germanischen Edlen, Megin, der Siedlung den Namen Megindorf, aus dem sich über die Jahre die Bezeichnung Meindorf entwickelte.

Was in der Frühzeit für eine Ansiedlung benötigt wurde, war hier vorhanden: Wasser, Wald und Weide, darüber hinaus aber auch der begehrte, fruchtbare Schlemmlehm, der Idealboden für Weizen. Die strategische Lage war mitentscheidend für die Errichtung einer Burg, deren Überreste auf dem Nöbelsberg am Ende des 19. Jahrhunderts gefunden wurden. Von hier aus konnte der Rhein und die schiffbare Siegmündung kontrolliert werden.

Urkundlich erwähnt wurde der Name Meindorf erstmals im 13. Jahrhundert.

MeindorfKirche

Kurfürst und Erzbischof Anno schenkte 1604 die königlichen Güter zu Meindorf der neu errichteten Abtei Siegburg zum Unterhalt. Der Gutshof, nach dem neuen Besitzer Abtshof benannt, stand auf dem Gelände der Kapelle und Schule. Als Erbpächter saßen schon vor 1700 die Willems als Villici auff dem abtshoff; diese Familie stellte nach der napoleonischen Zeit den ersten Amtsbürgermeister des Amtes Menden.

Die drei größten Höfe des Amtes Menden lagen 1851 in Meindorf. Sie zahlten auch die meiste Grundsteuer. Da Meindorf die reichste Gemeinde des Amtes war, zahlten die Bewohner die niedrigste Kommunalsteuer (Meindorf 8 % im Vergleich zu z.B. Buisdorf 35 %).

Meindorf war eine Honschaft des Amtes Blankenberg und ein Zudorf. Dies bedeutet, dass das gesamte Dorf und in ihm die einzelnen Höfe durch Hecken oder Zäune abgeschlossen sind. Der Bau eines Hauses außerhalb des eingezäunten Gebietes bedarf einer nur selten erteilten Sondergenehmigung. Die Dorfsiedlung ist ein sogenannter Friedensbereich, der durch das Nachbarrecht geschützt ist. Nur durch wenige Zugänge gelangt man in das Dorf: Durch die Tore. Diese sind meist mit Querhölzern und Riegeln versehene Gatter, die nur von innen, also vom Dorf her, aufgedrückt werden können und von selbst wieder zufallen. Meindorf besaß fünf dieser Tore. Im Jahre 1717 befanden sich die Tore unter dem Heiligenhäuschen, am Ende des Brenner Hofes, in der Nellesgassen, in der Pleisgassen und am kurfürstlichen Hof.

Meindorf blieb über Jahrhunderte eine kleine, abgeschlossene, bäuerliche Siedlung ohne Anbindung an den Fernverkehr oder nur durch einfache Wege mit den umliegenden Orten verbunden.

Als nach den Franzosen die Preußen kamen, war das scheinbar seit Ewigkeiten bestehende Dorfrecht zu Ende. Die Tore durften nicht mehr geschlossen werden und zerfielen. Eine Patrouille aus Siegburg kontrollierte die Häuser. Viele Meindorfer mussten damals Strafen verbüßen, da sie sich nicht mit dem neuen Gesetz identifizieren konnten.

Meindorf ist der bislang einwohnermäßig kleinste Ortsteil von Sankt Augustin. Trotz der Neubaugebiete, die sich um den Dorfkern gebildet haben, blieb der dörfliche Charakter bis auf den heutigen Tag erhalten. Dazu hat sicherlich auch die idyllische Lage des Ortes beigetragen. Inmitten von Siegaue, Feldern, Wiesen, Spazierwegen und einem öffentlichen Grillplatz in der Nähe des Sportplatzes in den Siegauen hat sich hier sehr viel Traditionelles überdauert.


(Quellen: Stadtarchiv Sankt Augustin; Aus dem Meindorfer Nachbarbuch und mienem verbotenen Kirchspiel Menden von Engelbert Scheiffarth in 100 Jahre MGV Frisch Auf Meindorf e.V.; Meindorf und seine Feuerwehr in: 25 Jahre Freiwillige Feuerwehr Meindorf 1934 1959, Festschrift)